Kategorie: Geologie

Vulkane unter Rheintal und Eifel werden (noch) nicht aktiver

Wow, da hab ich wohl schon in der Überschrift ein bisschen Spannung rausgenommen. Tut mir echt leid, nachdem diverse Westdeutsche Medien diese seit gestern Abend so schön aufgebaut haben. Panikmache vom feinsten, könnte man denken. Dabei ist es eine Schlagzeile, die ihre wichtige Intention verfehlt und stattdessen Kritik und Beschimpfungen auf den Plan ruft. Ein Kommentar zur potentiellen Katastrophe, politischen und journalistischen Verfehlungen, aus wissenschaftlicher und journalistischer Sicht!

Indischer Subkontinent während Kontinentaldrift weniger isoliert als angenommen

Lange Zeit galt die Lehrmeinung, dass der Indische Subkontinent nach dem Zerfall Gondwanas isoliert durch den Ozean nach Norden driftete und sich durch diese Isolation eine einzigartige Flora und Fauna entwickelte. Paläontologen der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn liefern nun mithilfe winziger Mücken aus Bernsteinproben ein Indiz dafür, dass vor rund 54 Millionen Jahren ein Austausch von Lebewesen Europas, Asiens und Indiens möglich gewesen sein muss.

Änderungen des Meeresspiegels unterschätzt

Das aktuelle Sturmhochwasser an der deutschen Ostseeküste belegt, wie verwundbar unsere Gesellschaft gegenüber extremen Naturereignissen ist. Deshalb ist es besonders wichtig, für küstennahe Bereiche gegenwärtige und zukünftige Sturmflut- und Wellenhöhen sicher zu ermitteln. Doch entlang der nordfriesischen Küste könnten in Zukunft höhere Küstenschutzbauwerke erforderlich werden als bisher angenommen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des internationalen Forscherteams um Dr. Arne Arns vom Forschungsinstitut Wasser und Umwelt (fwu) an der Universität Siegen. Die aktuellen Ergebnisse sind in einem Artikel in der international renommierten Fachzeitschrift „Scientific Reports“ der „Nature Publishing Group“ veröffentlicht worden.

Molekulare Uhr: Alter von Vulkaninsel mit Geckos neu bestimmt

Forscher der Zoologischen Staatssammlung München haben die Besiedlungsgeschichte von Inseln im westlichen Indischen Ozean durch Reptilien untersucht. Durch molekulare Datierung eines Gecko-Stammbaums („Molekulare Uhr“) fanden sie heraus, dass die Vulkaninsel Grand Comoro wahrscheinlich viel älter ist als ihr geologisch bestimmtes Alter. Außerdem stellten sie fest, dass Reptilien ozeanische Inseln viel häufiger besiedelt haben als bisher angenommen wurde und dabei manchmal tausende Kilometer über das Meer gedriftet sind.

Das Gestein des Jahres 2017: Diabas

Der BDG hat den Diabas als Gestein des Jahres 2017 ausgewählt. Diabase sind ein rechter Tausendsassa: sie werden für Bildhauerarbeiten genauso wie für Gleisschotter verwendet und sorgen auf Straßen für einen guten Grip. Außerdem dienen sie gemahlen wegen ihres hohen Kalzium- und Magnesiumgehaltes als „Urgesteinsmehl“ zur Bodenverbesserung im Gartenbau und der Landwirtschaft.

Graffiti für die Wissenschaft

Erosionsraten an Gesteinsoberflächen lassen sich durch Farbanstrich ermitteln. Das zeigt eine Studie eines schweizerisch-deutsches Forscherteams mit Beteiligung des Wissenschaftlers Jens Turowski vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ. Das neue Verfahren nennen Sie „erosion painting“, zu Deutsch: „Erosionsmalerei“.

Megabeben fördern Methanaustritte am Meeresboden

Die meisten sehr schweren Erdbeben ereignen sich unterhalb des Meeresbodens. Schon lange wurde vermutet, dass sie dabei Wege für tief im Erdinneren eingeschlossene Gase bis ins Meerwasser bahnen. Mit Beobachtungen vom Maule-Beben in Zentralchile im Jahr 2010, nachträglichen geochemischen Analysen und geophysikalischen Modellierungen konnten Wissenschaftler des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel diesen Zusammenhang jetzt nachweisen. Die Studie ist in der aktuellen Ausgabe der internationalen Fachzeitschrift Geochemistry, Geophysics, Geosystems erschienen.

Asteroideneinschläge als Initialzündung frühen Lebens?

Vor rund 65 Millionen Jahren stürzte ein riesiger Asteroid in den Golf von Mexiko, dessen Einschlag 75% des Lebens auf der Erde auslöschte. Wissenschaftliche Untersuchungen des Chicxulub-Kraters zeigen nun, dass genau dieser verheerende Impakt durch die Fraktionierung des Gesteins neue ökologische Nischen schuf, in denen sich das Leben von Neuem ausbreiten konnte.