Chinas Weg zur Erdbebenvorhersage

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In keinem anderen Land der Erde ist die Zahl der schädlichen Erdbeben so hoch wie in China. Ein großer Teil der Interkontinentalbeben, also der Erdbeben abseits der Plattengrenzen wie Subduktionszonen, finden im Ostasiatischen Land statt. Nicht selten mit zerstörerischen Folgen. Deshalb steht Erdbebenvorhersage weit oben auf der Wunschliste vieler chinesischer Erdbebenforscher. Ein neuer Satellit soll nun helfen, diesem Ziel deutlich näher zu kommen.

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Bereits seit Jahrhunderten versuchen Menschen in erdbebengefährdeten Regionen kommende Katastrophen im Voraus zu erkennen, um warnen zu können. Besonders in ostasiatischen Ländern wurde schon früh versucht, Tierverhalten oder ähnliches zu deuten. Bisher nur mit sehr vereinzelten Erfolgen, so wie im Jahr 1975, als eine chinesische Stadt wegen seltsamen Tierverhaltens und kleinerer Erdbeben evakuiert wurde, nur Tage bevor ein großes fast alle Gebäude zerstörte. Zuverlässige und regelmäßige Warnungen gibt es aber noch nicht. Mit einem neuen Forschungssatelliten möchte China dies in naher Zukunft möglich machen.

Wie die Nachrichtenagentur Xinhua schreibt, soll der Satellit im Laufe des Jahres in den Weltraum transportiert werden und für mindestens fünf Jahre Daten sammeln. Ziel der Mission ist es gezielt die Auswirkungen von Erdbeben auf die obere Atmosphäre zu untersuchen. Dabei sollen vor allem elektromagnetische Strahlung, Plasma in der Ionosphäre und hochenergetische Teilchen gemessen werden. Phänomene, wie sie bereits in der Vergangenheit vereinzelt vor großen Erdbeben beobachtet werden konnten. Im Laufe der fünf Jahre soll der Satellit bei allen großen Beben über Magnitude 7, respektive Magnitude 6 bei Erdbeben auf dem chinesischen Staatsgebiet entsprechende Daten sammeln.

Die Daten werden im Anschluss an die Mission analysiert. Im besten Fall können Muster oder regelmäßige Signale entdeckt werden, die ein schweres Erdbeben in einer bestimmten Region ankündigen. Dies soll zukünftig dabei helfen, ähnliche Muster richtig zu deuten und entsprechende Warnungen herauszugeben.


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Jens ist 22, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.