Neue Seismik-Kampagne im Erdölfeld Landau

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Das Erdölfeld Landau in der Oberpfalz ist seit Jahrzehnten das ergiebigste Erdölvorkommen im Südwesten von Deutschland. Zwar wurde der Höhepunkt der Fördermenge bereits 1971 erreicht, doch plant der Betreiber Wintershall weitere Bohrungen im Süden von Rheinland-Pfalz. Neue Seismik-Untersuchungen, die von Januar bis März 2017 andauern werden, sollen das Potential eines noch unerschöpften Reservoirs erkunden.

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Im Jahr 1955 wurde die Erdöllagerstätte nach reflektionsseismischer Vorerkundung entdeckt und noch im selben Jahr der Förderbetrieb aufgenommen. Dabei konnte die Produktion bis zum Jahr 1971 auf rund 175.000 Tonnen pro Jahr und auf 78 Förderbohrungen erweitert werden.
Aktuell ist das Erdölfeld Landau noch immer das produktivste im Oberrheingraben, doch wurde 2015 mit rund 18.000 Tonnen nur noch ein Bruchteil der früheren Produktion erreicht.

Mit Hilfe neuer seismischer Untersuchungen sollen die geologischen Verhältnisse des Gebietes noch detailereicher erkundet werden, um mögliche neue Erdölvorkommen rund um Landau zu entdecken und die Förderbedingungen auszukundschaften.

Bereits seit Herbst 2016 laufen die Vorbereitungen. Es wurden um ein 58 km² großes Untersuchungsgebiet Geophone ausgelegt, die die an den Gesteinsschichten reflektierten seismischen Wellen registrieren und auswerten sollen. Als Quelle der seismischen Wellen werden bis März 2017 Vibrationsfahrzeuge unterwegs sein, die den Boden in geringe Schwingungen versetzen. Dabei wird gemäß der DIN-Norm 4150 in den Städten auf leichtere Fahrzeuge gesetzt. Zudem wird die Schwingungsbelastung in Gebäuden überwacht, um zu kontrollieren, dass die festgelegten Grenzwerte eingehalten werden.

Ob tatsächlich Erdöl in wirtschaftlich förderbarer Menge vorhanden ist, kann jedoch nur mittels Bohrungen und anschließender Fördertests nachgewiesen werden. Dabei möchte Wintershall die Tradition fortführen und auf umstrittene Verfahren wie das „Fracking“ verzichten.

weitere Informationen im Erdöl-und-Erdgas-Blog
Infosheet von Wintershall


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Jens ist 22, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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