Fischsterben im italienischen Vulkansee

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Der Vulkankomplex Campi Flegrei westlich von Neapel gehört zu den gefährlichsten Vulkanen weltweit. Millionen Menschen könnten von einem Vulkanausbruch direkt betroffen sein. Allein in der Hafenstadt Pozzuoli, die vollständig innerhalb der Caldera liegt, leben über 80.000 Menschen. Am Lago d’Averno im Nordwesten der Stadt sorgten am Samstagmorgen Schwefelgase und tote Fische für Beunruhigung. Schuld ist wohl die aktuelle Kältewelle.

Averner See (Lago d’Averno) mit römischer Tempelanlage – Foto: J. Skapski (2016)

Während in Deutschland arktische Kaltluft vor allem zu Schneefällen und Blitzeis führt, ist das Zusammenspiel von Kälte und Vulkanischer Aktivität im Lago d’Averno, einem Kratersee, eine tödliche Gefahr für Fische und andere Tiere im Wasser. So beobachteten Anwohner und Besucher des Sees am Samstag (7. Januar) eine Vielzahl von toten Fischen, die an der Wasseroberfläche trieben. Zudem konnte der schwefeltypische Geruch nach faulen Eiern wahrgenommen werden. Ursprung des Schwefels sind vulkanische Gasaustritte am Grund des Sees und auch an den Ufern. Durch stetige magmatische Prozesse im Untergrund wird im Bereich der Campi Flegrei an vielen Orten Schwefelwasserstoff freigesetzt. Die bekannteste Lokalität dürfte der Vulkankrater Solfatara sein.

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Am Lago d’Averno führte die kalte Luft dazu, dass sich das Gas im Wasser sammelte. Sauerstoff, der für die Fische zum Atmen nötig ist, wurde verdrängt. Dies führte zum Ersticken vieler Fische. Vor allem kleinere Arten wie Äschen sind betroffen. Am Ufer des Sees verfärbte sich das Wasser stellenweise gelblich aufgrund der hohen Konzentration des Schwefels. Ähnliche Phänomene wurden bereits in den vergangenen Jahren, vor allem zwischen November und Januar beobachtet. Mit erhöhter vulkanischer Aktivität hängt der Vorfall nicht zusammen. Für Montag plante der Gemeinderat eine Untersuchung der Wasserqualität.

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Jens ist 22, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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