Asteroideneinschläge als Initialzündung frühen Lebens?

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Messung der Schwereanomalie im Impaktkrater
Messung der Schwereanomalie im Impaktkrater

Vor rund 65 Millionen Jahren stürzte ein riesiger Asteroid in den Golf von Mexiko, dessen Einschlag 75% des Lebens auf der Erde auslöschte. Wissenschaftliche Untersuchungen des Chicxulub-Kraters zeigen nun, dass genau dieser verheerende Impakt durch die Fraktionierung des Gesteins neue ökologische Nischen schuf, in denen sich das Leben von Neuem ausbreiten konnte.

Im April und Mai diesen Jahres unternahm ein Team von Wissenschaftlern eine Offshore-Expedition, bei der sie Bohrproben aus dem bekannten Chicxulub-Krater nahmen. Ihr Ziel war es, Gestein der inneren Kraterkante – einem Bestandteil komplexer Kratersysteme – aus 506 bis 1335 Metern Tiefe zu entnehmen, um mehr über den einstigen Kataklysmus zu erfahren.

Vor Kurzem konnten die Forscher erste Analyse-Daten veröffentlichen. Sie fanden heraus, dass der Impakt vor Millionen von Jahren das umgebende Gestein nachhaltig entfestigte und poröser machte, als bisherige Modelle annehmen ließen. Poröse Gesteine schufen so einen günstigen Lebensraum für einfache Organismen, die durch zirkulierendes Wasser aus den Tiefen der Erdkruste mit Mineralstoffen versorgt wurden. Das stetige Bombardement der frühen Erde könnte also eine Erklärung dafür liefern, wie sich das Leben auf der Erde etablieren konnte.

Im veröffentlichten Paper bestätigt das Team die enorme Kraft des Einschlags, der das zur damaligen Zeit 10 Kilometer unterhalb der Oberfläche liegende Gestein zuerst in die Tiefe drückte und kurze Zeit später auch zur Seite herauspresste. Das gestauchte Gestein drückte unmittelbar nach dem Impakt wieder in Richtung des Zentrums und der Oberfläche, nur um kurz darauf nach außen zu kollabieren. Dies geschah in einem Zeitraum von nur wenigen Minuten.

„Es ist schwer zu fassen, dass dieselben Kräfte, die für das Aussterben der Dinosaurier verantwortlich waren, viel früher in der Geschichte unserer Erde Zufluchtsorte des Lebens erschufen“, meint Joanna Morgan, Autorin der Studie des Department of Earth Science and Engineering. Weitere Untersuchungen sollen die Messergebnisse ergänzen und verfeinern, um ein detaillierteres Bild der beteiligten Prozesse zu erhalten. Interessant ist vor allem die Frage, wie das Leben diese sterilisierte Landschaft langsam wieder zurückerobern konnte.

   

  

Quelle: sciencedaily.com (29.11.16)

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Christoph Faist

Studiert seit 2015 am gemeinsamen Geozentrum von LMU und TU in München.

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