Diamanten als neues Speichermedium?

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Man sagt, Diamanten seien für immer. Wenn die vergangene Woche publizierte Studie zur Erschließung neuer, praktikabler Verwendungzwecke führt, könnten auch Daten auf ihnen gespeichert werden – für eine virtuelle Ewigkeit.

Laut eines Papers der in Zeitschrift Science Advances können atomgroße Fehler in der 3D-Matrix eines Diamantkristalls genutzt werden, um riesige Mengen an Daten zu speichern. Die Autoren – ein Team aus Physikern der City University of New York – benutzten Laser, um Daten zu verschlüsseln und anschließend aus den entstandenen, kleinsten Verunreinigungen (bekannt als Stickstoff-Leerzelle) auszulesen.

Die Wissenschaftler behandelten diese winzigen Hohlräume als Magneten, die Elektronen entweder anziehen oder abstoßen können. Darauf bannten sie codierte Graustufen-Bilder von Albert Einstein und Erwin Schrödinger, indem mittels Laserstrahlen einige der Elektronen im Diamant austauschten.

Foto: Meriles Group, City College of the City University of New York
Foto: Meriles Group, City College of the City University of New York

Das Ergebnis dieses Versuches zeigt, dass die seltenen Kristalle in Form von negativ und neutral geladenen Defekten durchaus als modernes Speichermedium dienen könnten, die nach Belieben beschrieben, gelöscht oder überschrieben werden können. „Die Speicherkapazität des Diamant würde alle existierenden Technologien übertreffen“, schreiben die Autoren in ihrem Blog. „Dies ist zwar erst der Auftakt; die anfänglichen Resultate zeigen uns aber einen möglichen Weg auf, wie wir riesige Datenmengen auf brandneue Weise speichern könnten. Wir freuen uns darauf, diese wunderbare Eigenart zu einer nützlichen Technologie umzuformen.“

   

    

Quelle: mining.com (01.11.16)

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Christoph Faist

Studiert seit 2015 am gemeinsamen Geozentrum von LMU und TU in München.

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