Ein antarktischer Tylosaurinae mit heterodontem Gebiss

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Der kürzlich von Otero und Kollegen beschriebene Kaikaifilu hervei, benannt nach einem göttlichen Reptil aus der Mythologie der Mapuche, ist der bisher jüngste und größte Mosasaurier der Antarktis. Als bisher erster Tylosaurine verfügt er über mehrere unterschiedliche Typen von Zähnen, ein für Mosasaurier ungewöhnliches, wenn schon nicht einzigartiges Merkmal.

Die Fossilien von Kaikaifilu wurden auf Marambio Island in der Oberen López de Bertodano Formation aus dem späten Maastrichtium (Oberkreide) gefunden. Ein fragmentarischer Schädel, isolierte Zähne und Teile des Oberarmknochen eines erwachsenen Tieres sind alles was von dem großen Meeresräuber übrig ist. Die Analyse seiner Verwandtschaftsverhältnisse stellt Kaikafilu zusammen mit den Gattungen Taniwhasaurus und Tylosaurus zu den Tylosaurinae.

Lebendrekonstruktion von Kaikaifilu hervei basierend auf Tylosaurus pembinensis.
Lebendrekonstruktion von Kaikaifilu hervei basierend auf Tylosaurus pembinensis.

Der Schädel wird anhand von Taniwhasaurus antarcticus auf 1.1-1.2m Länge geschätzt, bei Annahme von ähnlichen Proportionen wie bei Tylosaurus lässt dies auf eine Gesamtlänge zwischen 7.5m und 9.2m schließen, womit Kaikaifilu ähnlich groß wie sein Verwandter auf der Nordhalbkugel gewesen sein könnte.

Besonders auffallend ist das Auftreten von 3 oder 4 unterschiedlichen Zahnformen bei der neuen Art. Neben mittelgroßen Zähnen mit und ohne Facetten im Zahnschmelz besaß Kaikaifilu auch einen Typ sehr großer Zähne, die zu dem erhaltenen Zahnfach im  vorderen Oberkiefer passen, und einen Typ sehr kleiner, die allerdings möglicherweise noch nicht voll entwickelt sind. Bisher wurden basierend auf ähnlichen isolierten Zähnen mehrere andere antarktische Mosasaurier beschrieben. Der neue Fund demonstriert nun deren Vorkommen bei ein und derselben Spezies. Somit könnte es aus der Oberkreide der Antarktis weniger Arten von Mosasauriern geben als bislang vermutet.

Das heterodonte Gebiss ist keine komplette Neuheit unter Mosasauriern–bereits 2012 wurde dieses Merkmal bei dem Mosasaurinen Eremiasaurus identifiziert. Dies ist nun jedoch der erste dokumentierte Fall bei einem Tylosaurinae.

Quellen:
Otero, Rodrigo A., Sergio Soto-Acuña, David Rubilar-Rogers, and Carolina S. Gutstein. 2016. Kaikaifilu hervei gen. et sp. nov., a new large mosasaur (Squamata, Mosasauridae) from the upper Maastrichtian of Antarctica. Cretaceous Research. doi:10.1016/j.cretres.2016.11.002.
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0195667116303123

Russell, Dale A. 1967. Systematics and morphology of American mosasaurs (Reptilia, Sauria). Vol. 23. Peabody Museum of Natural History, Yale University.

Hartman, Scott. 2015-1016. Tylosaurus pembinensis. url: http://scotthartman.deviantart.com/art/Tylosaurus-pembinensis-543156057 Abgerufen 8.11.2016


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Darius ist 20 Jahre alt und studiert seit 2015 an der Uni Bonn Geowissenschaften mit Schwerpunkt Paläontologie. Seine Hauptinteressen sind Paläobiologie und Paläoökologie der Wirbeltiere sowie allgemeine Zoologie, Anatomie und Biomechanik.