„Gedrucktes“ Fischfossil enthüllt Ursprung des menschlichen Gebisses

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Bild: Australian National University
Bild: Australian National University

Die Entwicklung der Zähne wirft aus wissenschaftlicher Sicht noch immer große Fragen auf. Dreidimensionale Kopien eines 400 Millionen alten Fischfossils aus der Umgebung des Burrinjuck-Sees in Südost-Australien könnten womöglich die evolutionären Ursprünge der menschlichen Zähne offenlegen. Dies berichtet eine gemeinsame Studie der Australian National University (ANU) und des Queensland Museums.

Fachleute zerschnitten virtuell den Kiefer des 50km nordwestlich von Canberra entdeckten, fossilisierten Buchanosteus – eines gepanzerten Fisches des ausgestorbenen Placodermen-Gruppe – und untersuchten die 3D-Abbilder auf Zähne und die Funktionsweise des Kiefers hin. Dr. Gavin Young, einer der ANU-Wissenschaftler, meint, die Studie helfe dabei herauszufinden, wann und vor allem wie sich Zähne – eine charakteristische Eigenschaft aller kiefertragender Lebewesen einschließlich des Menschen – in der Evolutionsgeschichte herausbildeten.

„Wir machten uns die computertomographische Einrichtung der ANU zunutze, um die innere Struktur des fragilen Schädels und der Hirnschale, die sorgfältig aus Kalkstein herausgeätzt wurden, zu erkunden“, sagt Dr. Young, seines Zeichens Paläontologe des ANU Department of Applied Mathematics. „Wir zentrieren die weiteren Untersuchungen auf die innere Gewebestruktur der zahnähnlichen Dentikel im Maul des Fisches, um festzustellen, ob sie eine Übergangsphase in der Zahnentwicklung darstellen.“

Bild: Stuart Hay, ANU
Bild: Stuart Hay, ANU

Nach vielen Arbeitsstunden konnten die Forscher die bereits 2015 geäußerte Vermutung, dass sich die modernen Zähne – egal welcher Art – aus verdickten Fischschuppen entwickelten, untermauern. Die untersuchten „Zähne“ scheinen also lediglich verdickte und verhärtete Schuppen zu sein.

Die ANU-Wissenschaftler und Dr Carole Burrow vom Queensland Museum veröffentlichten ihre Ergebnisse im Journal Biology Letters und fochten damit einen Artikel vergangenen Jahres an, der behauptete, dass Placodermen bereits echte Zähne besaßen. „Es ist großartig, mithilfe modernster Technologien wie beispielsweise Mikro-CT-Scan und 3D-Druck einige der ältesten bekannten Hinweise bei primitiven Kieferfischen auf zahnartige Strukturen hin zu untersuchen“, schwärmt Dr. Burrow. „Unser Team hat es geschafft, die Zahnreihen eines aus dem frühen Devon stammenden Fisches zu analysieren und mit denen früherer Placodermen und den später auftretenden echten Zähnen der Kieferfische zu vergleichen.“

   

   

Quelle: phys.org (05.10.16)

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Christoph Faist

Studiert seit 2015 am gemeinsamen Geozentrum von LMU und TU in München.

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