Globale Temperaturentwicklung der letzten zwei Millionen Jahre

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Temperatur des Planeten Erde, Urheber:Glenn Fergus via Wikimedia CommonsCC BY-SA 2.5

Erdtemperatur der letzten 20 Millionen Jahre, Ausschnitt. Urheber:Glenn Fergus via Wikimedia CommonsCC BY-SA 2.5

Rekonstruktionen des Paläo-Klimas beeinflussen unser Verständnis der Dynamik und Sensibilität des klimatischen Systems. Gerade über glaziäre Zyklen hinweg gestaltet es sich oft schwierig, sodass die globale Temperatur bis zum jetzigen Zeitpunkt nur für einige kleine Zeitfenster rekonstruiert werden konnte. Carolyn W. Snyder der Stanford University in Kalifornien präsentiert nun eine durchgehende Klimaproxy der vergangenen zwei Millionen Jahre.

Grundlage der Statistik bilden Messwerte einer Datenbank von über 20.000 rekonstruierten Oberflächenwassertemperaturen. Daraus geht hervor, dass die globale Temperatur bis vor ungefähr 1,2 Millionen Jahren stetig sank, danach jedoch in’s Stocken geriet und bis heute wieder langsam steigt. Der Abkühlungsprozess blieb wohl schon vor dem Übergang in das mittlere Pleistozän und kündigte so die maximale Ausdehnung der Eisdecke vor rund 0,9 Millionen Jahren an. Demnach könnte die globale Abkühlung eine Bedingung, aber vermutlich nicht den einzigen Grund für die Veränderung hin zu einem 100.000-Jahr-Zyklus der Eiszeiten im mittleren Pleistozän darstellen.

Über die vergangenen 800.000 Jahre war die Polare Verstärkung (Die Verstärkung der Klimaveränderung an den Polen im Vergleich zur globalen Klimaveränderung) noch relativ stabil, auch die Globaltemperatur war eng gekoppelt an die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre. Ein Vergleich der neuen Temperaturrekonstruktion mit dem Strahlungsantrieb der Treibhausgase lässt eine Temperaturerhöhung von 9°C pro Verdopplung des atmosphärischen Kohlendioxids erwarten. Dieses Ergebnis legt nahe, dass eine Stabilisierung auf dem heutigen Treibhausgas-Level in den nächsten Jahrtausenden bereits zu einer Erderwärmung um 5°C führen könnte.

   

   

Den Originaltext und Snyders Diagramme finden Sie unter folgendem Link: nature.com

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Christoph Faist

Studiert seit 2015 am gemeinsamen Geozentrum von LMU und TU in München.

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