Zeugen beobachten Meteoriten über Australien

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Bewohner des australischen Bundesstaates Queensland beobachteten am Montagabend einen hellen Feuerball am Himmel, gefolgt von einem lauten Knall und erdbebenähnlichen Erschütterungen, die entlang der Küstenlinie vernommen wurden. 

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Gegen 20:30 Uhr wurde der Abendhimmel über dem Süden von Queensland hell erleuchtet. Hunderte Zeugen, vor allem aus dem Gebiet rund um Gladstone nördlich von Brisbane, meldeten der Polizei einen Feuerball, der sich über den Himmel in Richtung Ozean bewegte. Dieser konnte in einem Radius von 200 Kilometern beobachtet werden. Eine Meteorologische Erklärung für diese Beobachtungen gab es zunächst nicht. Astronomen bestätigten schnell die Spekulationen, dass es sich um einen Meteoriten gehandelt hat. Unter diesem Begriff sind kleine Himmelskörper (Asteroiden) zusammengefasst, die in die Erdatmosphäre eindringen.


Nach ersten Schätzungen könnte es sich um einen bisher unbekannten, relativ kleinen Asteroiden mit einem Durchmesser von einem bis zu 5 Metern gehandelt haben. Beim Eintritt in die Atmosphäre erhitzte er sich auf mehrere tausend Grad. Die folgenden Erschütterungen, die von den Anwohnern verspürt wurden, könnten entweder von einer Explosion des Meteoriten, oder von einem Einschlag herrühren. Bisher gibt es noch keine Hinweise über einen möglichen Einschlag. Es soll untersucht werden, ob der Meteorit möglicherweise in den Ozean stürzte. Wahrscheinlich ist, dass zumindest Fragmente die Erdoberfläche erreicht haben

Schäden infolge des Ereignisses wurden den Behörden bisher nicht gemeldet. Die Schockwellen waren offenbar nicht so stark, um Gebäude zu beeinflussen. Möglich sei jedoch, dass Bäume durch die vermeintliche Explosion beschädigt worden sind. Knapp zwei Stunden nach dem Vorfall registrierte der Australische Erdbebendienst vor der Küste von Queensland ein Erdbeben der Stärke 3.8. Ein Zusammenhang zwischen beiden Ereignissen besteht jedoch nicht.

Ein weiterer, kleinerer Meteorit wurde gegen 2 Uhr am Dienstagmorgen weiter südlich von einzelnen Personen beobachtet. Es sei nicht ungewöhnlich, dass Asteroiden in Gruppen unterwegs sind.


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Jens ist 22, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.