Taifune im Pazifik werden immer stärker

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Taifun Haiyan, auf den Philippinen Yolanda genannt, war einer der stärksten Taifune aller Zeiten. Er tötete auf den Philippinen, in Vietnam und China über 6000 Menschen und zerstörte die Hafenstadt Tacloban fast vollständig. So wie Haiyan trafen in den letzten Jahren viele starke Taifune den Südosten von Asien. Eine Studie belegte nun, dass die Zahl der schweren Wirbelstürme in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat. Besonders eine Meeresregion war vom Anstieg betroffen.

Taifun Haiyan im November 2013 (Bild: NASA)
Taifun Haiyan im November 2013 (Bild: NASA)

Manila. Tropische Stürme entstehen, wie der Name schon sagt, über tropischen Meeren mit einer Wassertemperatur von 26°C oder mehr. Erreicht die mittlere Windgeschwindigkeit in einem Tropensturm Orkanstärke, werden sie Hurrikan (Nordamerika), Taifun (Westpazifik) oder Zyklon (Indischer Ozean, Australien; dort selten auch Willy Willy genannt). Treffen diese Wettersysteme auf Land, bringen sie schwere Regenfälle und Flutwellen. Sie stellen besonders für Küstenstädte eine Gefahr dar.

Der Nordwestpazifik vor der Küste von Japan, China und den Philippinen ist ein besonderer Hotspot. Dort haben sich die Intensitäten der Stürme seit den 70er Jahren erhöht, wie aus einer Publikation des Nature Geoscience hervorgeht. Die Forscher untersuchten dabei, wie sich Taifune mit unterschiedlichen Entstehungsgebieten auf dem Meer entwickelten. Dazu unterteilten sie diese Stürme in Cluster. Sie fanden heraus, dass die Intensität von Taifunen um bis zu 15% zugenommen hat. Dabei zeigten besonders jene Taifune eine Intensivierung, die später auf Land trafen. Taifune, die während ihres Lebens auf dem offenen Meer bleiben, haben sich nicht verändert.

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Während des untersuchten Zeitraumes werteten die Forscher auch die Stärke der Taifune aus. Demnach hat sich die Zahl der Supertaifune, also jene Stürme, die Kategorie 4 oder 5 auf der Saffir-Simpson-Skala erreichen, vervierfacht. Während sich in den 70ern meist nur ein Supertaifun entwickelte, waren es in den letzten Jahren meist vier oder fünf. Die Taifunsaisons 2014 und 2015 waren mit 8, bzw 9 Supertaifunen besonders stark. Dabei hat sich die Zahl der Taifune nicht wesentlich erhöht, sondern nur der Anteil starker Stürme.

Jahr Anzahl Tropische Stürme Anzahl Taifune (Davon Supertaifune)
2016 13 5 (1)
2015 28 18 (9)
2014 23 11 (8)
2013 31 13 (5)
2012 25 14 (5)
2011 21 8 (4)
Tropische Wirbelstürme im Nordwestpazifik (Daten: Wikipedia)

Grund für die höhere Zahl an starken Stürmen ist, dass sich Taifune in den letzten Jahren stärker intensiviert haben als zuvor. Verantwortlich dafür ist wahrscheinlich die erhöhte Wassertemperatur in küstennahen Bereichen, die tropischen Stürmen mehr Energie liefern. Ein Zusammenhang mit der Globalen Erwärmung sei wahrscheinlich. Abschließend festgestellt werden könne dies aber erst nach weiteren Untersuchungen. Zur Entwicklung eines Taifuns müssen noch weitere atmosphärische Bedingungen gegeben sein.

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Klimamodelle sagen voraus, dass sich Taifune bis zum Ende des Jahrhunderts um weitere 14% verstärken könnten. Neben der erhöhren Gefahr für Küstenregionen bereitet die schnellere Entwicklung der Stürme auch den Vorhersagemodellen Probleme. Schon aktuell ist es schwer, die genaue Zugbahn und Intensivierung eines tropischen Sturmes zu berechnen. Dies könne in Zukunft noch schwieriger werden.

Weitere Informationen: http://www.nature.com/ngeo/journal/vaop/ncurrent/full/ngeo2792.html

„Intensification of landfalling typhoons over the northwest Pacific since the late 1970s“
Wei Mei & Shang-Ping Xie (2016)


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Jens ist 22, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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