Australien scheitert mit Schutzmaßnahmen für Korallen

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Das Great Barrier Reef vor der Ostküste Australiens ist das größte zusammenhängende Korallenriff der Erde. In dem tropischen flachen Meer, das den Namen Korallenmeer trägt, finden Riffbewohner ideale Lebensbedingungen vor. Doch das Leben dieses Ökosystems ist bedroht, weshalb es Pläne gibt, die schädlichen Einflüsse zu minimieren. Die Australische Regierung scheiterte nun an der Durchsetzung eines Gesetzentwurfs, der Schutzmaßnahmen vorantreiben sollte.

Sydney. Bis Dezember 2016, so ist es von der Unesco gefordert, soll das Weltnaturerbe vor der Küste des Bundesstaates Queensland besser geschützt werden. Sonst wird es auf die Rote Liste der gefährdeten Welterbestätten aufgenommen. Bessere Schutzmaßnahmen werden von den australischen Behörden erwartet, um den einzigartigen Lebensraum Great Barrier Reef zu erhalten. Der Klimawandel stellt eine große Bedrohung für die empfindlichen Korallen da, die an bestimmte Wassertemperaturen und Salzgehalte angepasst sind. Zudem benötigen die Lebewesen, die in Symbiose mit photoautotrophen Algen leben, Sonnenlicht um zu überleben. Klares Wasser ist dafür unentbehrlich.

Doch andauernde Waldrodung und daraus resultierende Erosion auf dem Festland spülen immer mehr Sedimente ins Meer, die das Wasser trüben und damit die Korallen gefährden. Um dies zu verhindern war ein Gesetzesentwurf vorgesehen, der die Waldrodung an der Küste von Queensland eindämmen sollte. Dieser scheiterte am Donnerstag (18. August) im Parlament knapp. Damit würde das von der Unesco geforderte Ziel nicht erreicht werden können.
Das Parlament von Queensland möchte nun die Unesco um einen Aufschub bis 2018 bitten. Man hoffe, nach den 2018 stattfindenden Wahlen eine Mehrheit im Parlament zu erreichen, die den Schutzmaßnahmen zustimmt.

Eine Aufnahme in die Rote Liste der gefährdeten Welterbestätte hätte für die Region, die stark von Tourismus am Korallenriff abhängig ist, drastische Folgen. So könne die Unesco, notfalls auch gegen den Willen des Staates, zum Beispiel strengere Regeln für Touristen einführen. Dies war zum Beispiel bei den Galapagos-Inseln (Ecuador) der Fall, die von 2007 bis 2010 auf der Liste standen.

Barriere Riffe entstehen an den Rändern von tropischen Schelfmeeren. Durch das flache Wasser können unter günstigen Bedingungen Korallen und andere Lebewesen gedeihen. Bei einem Meeresspiegelanstieg oder einer geologisch bedingten Senkung der Kruste bilden sich Riffe.

Weitere Informationen:
http://statements.qld.gov.au/Statement/2016/8/19/labor-takes-action-to-avoid-reef-in-danger-listing


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Jens ist 22, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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